Platz 1 der am häufigsten gestellten Fragen:

Warum sind die Kälber nicht bei ihren Müttern?

Eine oft gestellte und berechtigte Frage. Immerhin sind Kinder auch bei Ihren Müttern. Zumindest solange bis sie auf eigenen Beinen stehen. Warum ist dies bei Milchkühen anders? Dafür gibt es mehrere Gründe, die wir Ihnen im Folgenden gerne erläutern!

Die Kuh gibt bei der Kalbung alles und braucht danach vor allem eins:
Zeit für sich

Nach der Kalbung hat die Kuh einen hohen Wasser- und Futteraufnahmebedarf, das heißt, sie hat großen Durst und Hunger. Die Kalbung war anstrengend und die Kuh hat seit der Eröffnungsphase (Eintritt der Wehentätigkeit) nicht mehr wirklich gefressen. Diese Phase kann 6 bis 16 Stunden dauern. Die sogenannte Austreibungsphase, in der das Kalb geboren wird, kann von einer bis zu mehreren Stunden dauern. Je nachdem, ob die werdende Mutter eine Kuh (also eine, die schon mal gekalbt hat) oder eine Färse ist (eine, die noch nie gekalbt hat). Mit etwas Glück können Sie so eine Geburt bei uns live erleben!

Nach der Kalbung ist es besonders wichtig, dass die Kuh aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes und des „leeren“ Pansens schnell viel frisst und säuft, um in kein „Energieloch“ zu fallen. Parallel zur Geburt ist die Milch eingeschossen und der Stoffwechsel der Kuh stellt sich auf „Milch geben“ um, wofür die Kuh ebenfalls Energie bereitstellen muss. Eine kleine Zusatzinfo am Rande: Eine laktierende (milchgebende) Kuh säuft zwischen 100 und 140 Liter Wasser am Tag und frisst ca. 40 bis 50 kg Futter. Eine trockene, sich „Mutterschutz“ befindende Kuh säuft zwischen 20 und 60 Liter am Tag und frisst ca. 25 bis 30 kg Futter am Tag.


Landwirt sichert Versorgung des Kalbes

 

Damit sich die Kuh in der Startphase der Laktation (Wiedereinstieg in die „Berufstätigkeit“) um sich selbst kümmern kann und nicht abgelenkt ist, übernimmt der Landwirt die Pflege und Fütterung des Kalbes.
Dazu zählt auch die Versorgung des Kalbes mit der hochwertigen ersten Milch der Kuh, der „Biestmilch“ oder auch dem „Kolostrum“. Kälber kommen ohne Abwehrkörper auf die Welt. Sie erhalten ihren Immunschutz durch die Mutter über die Biestmilch. Das heißt, sie sind auf eine schnelle und ausreichende Versorgung mit Biestmilch angewiesen. 

 

Zweierlei Bewandtnis

 

Es hat also zweierlei Bewandtnis, dass wir das Kalb, nachdem es von der Mutter trockengeleckt wurde, von der Kuh trennen. Zum einen geben wir der Kuh die Chance sich um sich selbst kümmern können um ihre Energietanks wieder aufzufüllen. Zum anderen stellen wir durch Fütterung des Kalbes mit der Biestmilch sicher, dass es die erforderlichen 3 Liter nach der Geburt wirklich aufgenommen hat.

In den darauffolgenden Tagen bekommt das Kalb ebenfalls die Milch von der Mutter mit dem Nuckeleimer gefüttert. Kalb und Kuh bleiben währenddessen getrennt. Die Kuh wird zweimal täglich im Melkkarussell gemolken und die Milch an die Molkerei geliefert, denn wir leben von der Milch. Das Kalb wird nach einem bedarfsgerechten Tränke- und Fütterungsplan in seiner Einzelhütte zweimal bis mehrmals täglich von uns als ausgebildete Tierhalter versorgt.


Vorgeschriebene Haltungsform für Kälber

 

Es handelt sich bei der von uns praktizierten getrennten Haltungsform nicht um reine Willkür. Es wird uns Erzeugern in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgeschrieben, wie wir Tiere zu halten haben. Wir möchten Ihnen kurz die Vorteile der darin beschriebenen Einzel- und Gruppenhaltungen erläutern.

1.    Einzelhaltung: Die Einzelhaltung beabsichtigt, dass die Kälber in den besonders pflegeintensiven ersten 2 Lebenswochen einzeln beobachtet werden können. Das hat den großen Vorteil, dass Unwohlsein oder beginnende Krankheiten schnell entdeckt werden können und sich entsprechend individuell gekümmert werden kann.

2.    Gruppenhaltung: Nach Ende der zweiten Lebenswoche werden die Kälber in Gruppenbuchten umgestallt, wo sie Platz für viel Bewegung haben. Das fördert nicht nur die körperliche Entwicklung des Kalbes, sondern auch die „soziale Kompetenz“ oder besser gesagt das „Zurechtkommen“ in der Herde mit Gleichaltrigen.

3.    Kälber benötigen Mikroklima: Kälber benötigen einen vor Zugluft geschützten Liegebereich (Mikroklima), da sie weniger Körperwärme produzieren und zudem noch kein „trainiertes“ Immunsystem haben wie ihre Mütter. Kühe produzieren aufgrund ihrer hohen Stoffwechselleistung viel Körperwärme. Offene, hohe Ställe, in denen guter Luftaustausch möglich ist, unterstützen sie darin die Körperwärme an die Umgebung abzugeben. Milchkühe und Kälber kämen wegen der unterschiedlichen Ansprüche an Haltungsbedingen auf keinen gemeinsamen Nenner.

Was wäre wenn…
die Kälber doch bei ihren Müttern leben würden?

 

Simulieren wir einmal den Fall, die Kälber würden bei ihren Müttern leben. Was hätte das für die Tiere, für den Tierhalter und für den Konsumenten für Konsequenzen? Zum leichteren Verständnis ist es hilfreich zu erläutern, wofür wir eigentlich Milchkühe halten.
Milchkühe der Rasse Holstein Friesian (die sogenannten Schwarzbunten) oder der Rasse Red Holstein (die sogenannten Rotbunten) sind über viele Generationen hinweg auf Milchleistung gezüchtet worden. Genau gesagt wurde die Zucht der Milchviehrasse Holstein Friesian 1871 in den USA begründet.

Wir leben von der Milch!

 

Wir halten Milchkühe um deren Milch zu melken, die wir wiederum an die Molkerei verkaufen. Wir leben von dem Erlös für die Milch, es ist unser Hauptwirtschaftszweig. Was die Molkerei daraus macht, ist das, was Sie in den Regalen im Supermarkt in den Regalen finden: Käse, Joghurt, Quark, Eiskrem, Schokoladenriegel oder die ganz normale Trinkmilch, die homogenisiert und durch Pasteurisieren haltbar gemacht worden ist, bevor sie in Tetrapaks abgefüllt wird.
Würden nun die Kälber bei ihren Müttern leben, wären die Euter ständig leer gesoffen und es gäbe kaum etwas zu melken. Würde dies jeder Milchviehhalter in Deutschland machen, würden die Preise für Sie als Konsumenten ins Unermessliche steigen.
Zudem wäre so ein kombiniertes Haltungssystem für die Kälber wie auch für den Landwirt keine ungefährliche Sache. Es würde stets Unruhe im Stall herrschen, Kämpfe, Rangeleien und erdrückte Kälber wären die Folge. Auch deswegen erfolgt die Gruppentrennung nach Jung & Alt bzw. Groß & Klein.

Ein kleiner Unterschied im Wort, ein großer in der Praxis: Milchviehhaltung – Mutterkuhhaltung

 

Sicherlich haben Sie schon Kühe und Kälber zusammen auf der Weide grasen sehen. Was Sie dort gesehen haben, ist die sogenannte Mutterkuhhaltung. Es handelt sich dabei um reine Fleischrinderrassen, die nicht gemolken werden. Die Milch, die sie geben, ist für die Ernährung ihrer Kälber ausreichend, jedoch für mehr nicht!
Haben die Kälber der Fleischrinderrassen ein bestimmtes Gewicht/Alter bzw. eine bestimmte Größe erreicht, werden Sie geschlachtet. Fleischrinder stellen also eine andere Nutzungsform als Milchrinder dar.

Die reinen Milchviehrassen hingegen geben ein Vielfaches von dem, was ihre Kälber benötigen würden, Dank der Holsteinzucht. Milchkühe erreichen nicht selten Spitzenwerte einer Milchleistung von 50 Liter am Tag. Im Durchschnitt gibt die schwarzbunte Milchkuh, wie Sie sie auf dem Almthof sehen, 30 Liter Milch am Tag. Ihrer Leistung verdanken Sie letztlich das riesige Angebot an Milchprodukten in den Kühl- und Süßigkeitenregalen zu relativ niedrigen Preisen!

Aktuelles

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Sonntag 11-18 Uhr

25. & 26.11.: Adventsausstellung 

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Letzter Öffnungstag 2017: 17.12.

Erster Öffnungstag 2018: 10.02.

 

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Almthof-Gouda

Ab sofort können Sie unseren hofeigenen Almthof-Gouda erwerben. Der Käse wird von einer mobilen Molkerei aus der Milch unserer Kühe hergestellt.

 

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